
Vor hundert Jahren war Kaiser Wilhelm Staatsoberhaupt und das Luftschiff Deutschland des Grafen Zeppelin unternahm seine Probefahrt und läutete damit das Zeitalter der Luftfahrt ein. Ein Großteil der Bevölkerung kannte weder Urlaub noch Freizeit, der Sonntag war der einzige freie Tag. In dieser Zeit gründeten 56 Rendsburger den Verband Rendsburger Keglerclubs und ließen ihn 1910 ins Vereinsregister eintragen.
Die heutige Kegelabteilung im Rendsburger Turn- und Sportverein von 1859 e.V. entstand aus diesem ehemaligen Verein der Rendsburger Sportkegler von 1910, dessen damals über 400 Mitglieder im Jahr 1980 geschlossen dem RTSV beitraten. Jetzt konnte Abteilungsvorsitzender Dieter Westphalen (rechts) zusammen mit Monika Clausen und Bernlef Lau eine große Schar geladener Gäste begrüßen, um das hundertjährige Vereinsjubiläum zu feiern. Darunter eine Zeitzeugin aus den Anfängen des Kegelsports, die 92jährige Eleonore „Lore“ Koll. In ihrer aktiven Zeit war sie eine sehr erfolgreiche Keglerin und wurde 1956 Deutsche Meisterin. Auf ihre körperliche Fitnessangesprochen, schmunzelte Eleonore „Lore“ Koll „Das kommt vom Kegeln“ und ein dargebrachtes Blumengebinde kommentierte sie schelmisch „Das macht ja richtig Spaß, alt zu werden“.
Die Kegler im RTSV (stehend v.l.n.r.) Dieter Westphalen, Joachim Nordmann, Klaus-Dieter Matussek

(sitzend v.l.n.r.) Heike Jäger, Bernlef Lau und Monika Clausen blickten auf 100 Jahre zurück.
In seiner Festrede erinnerte Dieter Westphalen an die schwierigen Zeiten nach den Kriegen, aber auch an die Zeiten des großen Aufschwungs. Der größte Traum der Rendsburger Sportkegler war immer eine eigene Halle und schon 1971 begann man damit, Rücklagen für die Verwirklichung dieses Vorhabens anzusparen. So wurde 1982 auch in Rendsburg gemeinsam mit dem RTSV in der Nobiskrüger Allee 40a – 44a eine vereinseigene Kegelsporthalle mit 12 Bahnen errichtet, die noch heute zu den modernsten in Europa zählt. Fast zwei Millionen DM kostete der Bau, und trotz Förderungen von Kreis, Stadt und Verbänden und der Zonenrandförderung mussten die Vereinsmitglieder rund 650.000 DM selbst aufbringen.
„Die sportlichen Erfolge auf dieser neuen 12-Bahnenanlage ließen nicht lange auf sich warten“, erinnerte Dieter Westphalen, „Und wir sind stolz darauf, dass so gut wie alles gewonnen wurde“. Die Sportkegler, Damen, Herren und Jugendliche, beteiligen sich mit großem Erfolg am Punktspielbetrieb. Sie spielen sowohl in der Kreisliga bis hin zur Bundesliga der Damen und der Herren. Außerdem fühlen sich über 60 Hobby- und Freizeitkegelclubs in der mit modernster Technik ausgestatteten Bundeskegelsportanlage wohl und gehen ihrem sportlichen, geselligen Freizeitvergnügen nach.
Für die Stadt Rendsburg überbrachte Bürgervorsteherin Karin Wiemer-Hinz die Grüße und betonte, dass durch die sportlichen Erfolge der Kegler der Name der Stadt Rendsburg weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus getragen wird. Bei den Sportlerehrungen der Stadt sind erfolgreiche Mitglieder der Kegelsportabteilung regelmäßig Dauergäste. Mit einem Zitat von Jürgen von Manger hatte sie die Lacher auf ihrer Seite „Kegeln ist die Kunst, einen Umsturz zu machen, indem man eine ruhige Kugel schiebt“.
Als Vertreter des Landrats betonte Jens Kolls, dass die Sportkegler mehr Aufmerksamkeit verdienten – die stete Präsenz in der Bundesliga werden von vielen Außenstehenden gar nicht wahrgenommen.
Außerhalb der Rednerliste ergriff der 2. Vorsitzende Klaus-Dieter Matussek das Wort und überraschte Dieter Westphalen als Dank für dessen 30jährige unermüdliche Vorstandsarbeit mit einem Kreuzfahrttrip nach Oslo.
Zum Abschluss des offiziellen Teils ernannte Dieter Westphalen Klaus Linnenbrink zum Ehrenmitglied der Kegelsportabteilung. Dieser war über 25 Jahre lang aktiv im Dienste des Kegelsports, war Jugendwart, Sportwart, technischer Bahnwart und ist bis heute noch immer bereit, Sonderaufgaben zu übernehmen. Im Anschluss fanden sich die Gäste zu einem gemütlichen Beisammensein.
Quelle: Hallo Wochenblätter